Teambildende Maßnahme – mit Spaß statt Arbeit zum Erfolg!

Wenn Sie den Spaß als Erfolg einer solchen Veranstaltung definieren – dann ist das theoretisch möglich.
Erwarten Sie jedoch nachhaltige, positive Veränderungen in Ihrem bestehenden Team, dann lösen Sie es ganz sicher nicht mit einem singulären Spaßevent! Lesen Sie, was die  notwendigen Rahmenbedingungen und Vorleistungen sind, um erfolgreiche Veränderungen in einem bestehenden Team durch eine teambildende Maßnahme, zu ermöglichen.

Was ist eine teambildende Maßnahme?

Zu dem teambildende Maßnahmen zählen Veranstaltungen, die den Teamgeist fördern und die Teilnehmer motivieren sollen, immer unter dem Aspekt, dass sie Spaß machen sollen. Die Liste der Angebote (indoor und outdoor) ist inzwischen fast unerschöpflich, von klassischen Vertretern wie dem Hochseilgarten, dem Kochkurs, dem Floßbau über Escape Rooms und allerlei sportlichen Events.

Wann macht eine teambildende Maßnahme Sinn?

Eine teambildende Maßnahme macht dann Sinn, wenn Sie entweder als reine Spaßveranstaltung ihr Ziel hat oder um eine fundierte Teamentwicklung zu unterstützen oder aufzulockern. Dazu bedarf es allerdings einer gründlichen Vorbereitung, einer professionellen Reflexion und einem aufbereiteten Wissenstransfer in den Arbeitsalltag.

Welche Vorbereitung braucht eine erfolgreiche teambildende Maßnahme?

Wird eine teambildende Maßnahme, ohne entsprechende Vorbereitung, z.B. bei einem Konflikt innerhalb eines Teams eingesetzt, sind folgende Szenarien sehr wahrscheinlich:
X  Die Situation eskaliert bei der Veranstaltung und läuft völlig aus dem Ruder
X  Die beteiligten Parteien spielen ihre Rolle bei der Veranstaltung und der Konflikt wird totgeschwiegen
X  Trotz scheinbarer Lösung des Konflikts tritt er nach kürzester Zeit im Arbeitsalltag wieder auf
X  Das eine oder andere Teammitglied wird sich am Tag der Veranstaltung krank melden.

Erst die Arbeit und dann das Vergnügen!

Was bedeutet das in diesem Kontext?

Schritt 1: Das Warum muss klar definiert werden, allen Beteiligten bekannt sein und auch akzeptiert werden. Mögliche Gründe sind z.B. eine Konfliktlösung, besseres Rollenverständnis der Teammitglieder, eine verbesserte Kritikkultur, mehr Wertschätzung, effektivere Verteilung der Teamaufgaben etc.

Schritt 2: Die tatsächlichen Ursachen gilt es im Vorfeld zu entdecken und, auch wenn es unangenehm ist, müssen diese offen und konstruktiv angesprochen und klar benannt werden. Nur dann kann eine nachhaltige Veränderung stattfinden!

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Schritt 3:  Neben der Definition und Beschreibung der (neuen) Teamziele gilt es auch Gutes aus der Vergangenheit zu bewahren (ganz sicher ist nicht alles schlecht!) und dieses ebenfalls in die neuen Teamziele mit aufzunehmen. Eine aktive Einbindung aller Teammitglieder mit deren persönlichen Wünschen, (Werte-)Vorstellungen und Bedürfnissen ebnet den Weg für einen nachhaltigen Erfolg.

Schritt 4: Damit sich eine Teamkultur verändern kann, sind Verhaltensänderungen der Beteiligten und ggf. Änderungen der Rahmenbedingungen (Aufgabenverteilung, neue Prozesse etc..) durch Vorgesetze, notwendig.

Schritt 5: Eine Kulturwandel braucht immer Zeit und Gewöhnung. Damit erste positive Ergebnisse nicht wieder schnell verpuffen und alle in gewohnte Muster zurückfallen, bzw. sich ihre alten Verhaltensmuster zurück holen, ist an den Veränderungen kontinuierlich zu arbeiten und diese auch gemeinsam zu reflektieren.

Wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt einer teambildenden Maßnahme?

Frühestens nach Schritt 4!
Sonst laufen Sie Gefahr einer deutlichen Verschlechterung des Ist-Zustandes. Das kann bedeuten, dass Konflikte sich im Anschluss verschärfen, vorhandene Missstände gar nicht mehr angesprochen werden oder gar Dienst nach Vorschrift durch die Teammitglieder im Anschluss stattfindet. Nur wenn sich das Team im Vorfeld bereits Sinn und Zweck der Maßnahme bewusst ist und sich Methoden und  Werkzeuge für eine Veränderung  angeeignet hat, kann die Maßnahme eine erfolgreiche und nachhaltige (positive) Veränderung herbeiführen.

 

Fazit: 1 teambildende Maßnahme alleine reicht nicht aus!

Es gibt keinen Schalter und schon gar keinen Spaß-Schalter mit dem Sie eine bessere Teamarbeit, ein besseres Team-Klima auf Kommando einschalten können! Nur mit Spaß lassen sich keine nachhaltigen Veränderungen herbeiführen. Eine teambildende Maßnahme kann nur ein Baustein einer erfolgreichen Teamentwicklung sein, aber niemals ein singuläres Instrument. Das Ziel eines Teams ist ein sinnhafte, wertschätzende und effektive/produktive Zusammenarbeit der Teammitglieder und nicht schwindelfrei auf einem Hochseilgarten zu balancieren, ein Floß zu bauen oder Kochrezepte auszutauschen.
Alle, die ein Wunder, durch eine teambildende Maßnahme erwarten, werden ganz sicher enttäuscht werden, auch wenn vielleicht wirtschaftliche Gründe für eine 1-Tages Spaßveranstaltung ausschlaggebend waren.
Um wirkliche (positive) Veränderungen herbeizuführen, muss sich das Team entsprechende Methoden und Werkzeuge aneignen und es braucht die notwendige Zeit und Nachhaltigkeit für dauerhafte Veränderungen.
Die o.g. Punkte beziehen sich auf bestehende Teams, die Kriterien können bei neu zusammengestellten Teams abweichen.

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