Tipp: Wie & Wann Teamcoaching Ihr Team besser/effizienter macht

von Jürgen Renz

Wie und wann wird ein Teamcoaching erfolgreich eingesetzt?
Was sind die wesentlichen Eckpunkte und Rahmenbedingungen, damit Ihr Teamcoaching seine Ziele erreicht?
Die Antworten auf diese Fragen, mit Beispielen aus der Praxis, liefern Ihnen eine aussagekräftige und sichere Basis, um zu entscheiden, wann und wie ein Teamcoaching für Ihr Team Sinn macht.


Was ist der Unterschied zwischen Teamcoaching, Teambuilding und Teamentwicklung?

Zur Abgrenzung und zum besseren Verständnis der einzelnen Begriffe, eine kurze Definition:

Teambuilding: Beschreibt den Anfang, bei der Entstehung eines Teams (Kennenlernen der Teammitglieder, Basis für eine zukünftige Zusammenarbeit schaffen).
Teamentwicklung: Ist der Oberbegriff für die Weiterentwicklung eines Teams. Teamentwicklung ist ein längerer, laufender Prozess. Das Ziel einer Teamentwicklung ist die Leistungsfähigkeit, das Potenzial des Teams voll auszuschöpfen und das Wir-Gefühl innerhalb des Teams zu stärken.

Teamcoaching: Ist eine anlassbezogene Maßnahme innerhalb einer Teamentwicklung. Der Anlass ist konkret und wird von einem (meist externen) Teamcoach begleitet

Wann macht ein Teamcoaching Sinn?

Grundsätzlich arbeitet Teamcoaching an der Verbesserung der Schnittstellen zwischen:
– den einzelnen Teammitgliedern (Rollen, soziale Bedürfnisse, Fähigkeiten der Menschen) und in
– der Schnittstelle, zwischen Mensch und wirtschaftliches Ziel/Aufgabe des Gesamt-Teams.


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Typische Situationen aus der Praxis, bei denen der Einsatz eines Teamcoachs empfehlenswert ist:

Häufig wird der Trainer/Coach dann gerufen, wenn die negativen Auswirkungen im, oder durch das Team schon weit fortgeschritten sind und das Team selbst keine Lösung dazu findet. Nachfolgend eine Auflistung der häufigsten Fälle aus unserer Praxis, bei der ein Teamcoaching die zielführende Maßnahme ist:

  • Konflikte im Team
  • Veränderungen/Change-Prozesse für das Team
  • Mangelnde Kommunikation im Team/zwischen Team und Führungskraft
  • Problem in den Arbeitsabläufen
  • Änderungen in der Zusammensetzung des Teams
  • Abfallende Leistungen des Teams
  • Ansteigender Krankenstand im Team
  • Gruppenbildung im Team

Während einige der o.g. Situationen sofort und nachvollziehbar ersichtlich sind, z. Bsp. Der Krankenstand, die Gesamtleistung des Teams, sind andere Situation oft nicht offen ersichtlich, z. Bsp. Konflikte im Team, Missverständnisse zwischen den Mitarbeitern oder unterschiedliche Arbeitsweisen.
Dabei gilt sowohl für die verdeckten als auch für die offensichtlichen Situation, dass die wahren Ursachen fast nie ersichtlich sind, sondern nur die Ausprägungen.
Hier ist eine der zentralen Aufgabe eines Teamcoachs, mit dem Team an den Ursachen und Lösungen dafür zu erarbeiten.

Wie wird ein Teamcoaching erfolgreich?

Je nach individueller Situation (Dringlichkeit, Schwere der Auswirkungen etc.), kann der nachfolgende Ablauf eines Team-Coaching abweichen, bzw. einzelne Schritte reduziert oder zeitlich versetzt werden.

Übersicht: Ablauf eines zielführenden Teamcoaching in 9 Schritten:

  1. Auswahl des passenden Teamcoachs
  2. Ist-Beschreibung
  3. Zieldefinition
  4. Auftragsklärung
  5. Ist-Analyse
  6. Individuelle Methodenauswahl
  7. Umsetzung
  8. Ergebnissicherung
  9. Optionale zusätzliche zielführende Maßnahmen


Wie Sie den passenden Teamcoach für Ihr Unternehmen finden?

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Der Ablauf im Detail:

  1. Die Auswahl des passenden Teamcoachs
    Die Beschreibung des Teamcoaching-Prozess macht deutlich, dass an einen Teamcoach höhere Anforderungen gestellt werden. Er hat, im Gegensatz zu einem Business-Coaching (Face-to-Face) mehrere Menschen gleichzeitig in den Coaching-Prozess mit einzubinden, zu beobachten und aktiveren. Das setzt voraus, dass er über Praxis-Erfahrung im Umgang mit Teams und für die Auswahl und den Einsatz von zielführenden Methoden und Techniken verfügt. 
Der Teamcoach sollte eigene Praxiserfahrungen aus dem Wirtschaftsleben haben, um auch, für den Teamprozess entscheidende, einflussnehmende Rahmenbedingungen zu erkennen. Rahmenbedingungen für das Team können z. Bsp. sein:
    die gelebte Unternehmenskultur, die Führungskultur, Einflüsse durch angrenzende Teams, wirtschaftliche Situation oder externe Einflüsse (Kunden, Lieferanten…).
    Neben den notwendigen Kompetenzen muss der, als kompetent betrachtete Teamcoach, auch menschlich zum Unternehmen, zum Team passen.
  2. Ist-Beschreibung: die Beschreibung der aktuellen Situation
    Je präziser Sie Ihre Wahrnehmungen einem Teamcoach schildern können, um so zielführender ist die Klärung der Ziele. Beschreiben Sie konkrete Situationen, die Ihnen aufgefallen mit den dazugehörigen Auswirkungen. Was klappt im Team und was nicht? Was wurde bereits versucht, um den Anlass zu klären, die Situation aufzulösen? Ein ganz wichtiger Punkt für Ihren Teamcoach, für die spätere inhaltliche Ausarbeitung der Teamcoaching-Sitzungen
  3. Zieldefinition: Gemeinsam wird das angestrebte Ziel definiert
    Definieren Sie, gemeinsam mit dem Coach das Ziel für diese geplante Coaching-Maßnahme. Was soll sich mit dieser Maßnahme ändern? Woran machen Sie gemeinsam einen Erfolg der Maßnahme fest?
  4. Auftragsklärung: Art, Umfang und geplante Methoden festlegen
    Im Konzept ist ersichtlich, in welchem Umfang (Tage, Häufigkeit) welche Maßnahmen durchgeführt werden sollen. 
Achtung! Bei Abweichung durch die konkrete Ist-Analyse, kann es sinnvoll sein, Anpassungen vorzunehmen. Methoden und Techniken, die zum Einsatz kommen sollen, sind passend zu ihrer Unternehmenskultur und stehen nicht in Widerspruch mit Betriebsvereinbarungen. (Z. Bsp. Videoaufnahmen etc.)
  5. Ist-Analyse: Der Teamcoach holt sich Informationen/Meinungen zum/aus dem Team ein
    Der Teamcoach holt sich im Vorfeld, z. Bsp. durch (tel.) Interviews, Informationen, Meinungen zur Ist-Situation von den einzelnen Akteuren ein. Gibt es Dritte, aufgrund deren die Maßnahme angestoßen wurde, werden diese ebenso nach dem Ist-Zustand und dessen Auswirkungen befragt.Zusätzlich kann durch ein Team-Analyse Tool eine Übersicht über den Zustand des Teams eingeholt werden. Wichtig ist dabei, dass die Teammitglieder Ihre Rückmeldungen anonymisiert abgeben können, um ein realistisches Bild zu erhalten.
Durch eine gründliche Ist-Analyse und den Abgleich mit der Zieldefinition kann eine Überarbeitung des Konzeptes sinnvoll sein. 
(Z. Bsp., wenn sich durch die Ist-Analyse grundlegende Änderungen der vermeintlichen Ursachen ergeben)
  6. Individuelle Methodenauswahl: Welche Methoden und Werkzeuge sind sinnvoll und zielführend
    Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse legt der Teamcoach jetzt geeignete Methoden und Techniken für die Team-Coaching Einheiten fest.
  7. Umsetzung: Coaching-Einheiten mit dem Team
    Nun folgt die Durchführung der Coaching-Einheiten. Zu Beginn wird der (gute) Teamcoach gemeinsam mit dem Team Regeln für die Teamcoachings verabschieden. Dazu gehören Themen, wie die Kommunikationsregeln in den Coaching-Einheiten, ebenso wie Punkte, die nicht angesprochen werden, und vor allem auch was innerhalb des Coachings im Raum/in der Gruppe bleibt und nicht nach außen getragen wird.
    Mögliche Methoden innerhalb der Coaching-Einheiten:

    Teamrollen nach Belbin: Das Team reflektiert und ordnet zu, welches Teammitglied welche Rolle hat. Dabei können Konkurrenzsituationen ersichtlich werden oder auch fehlende notwendige Rollen aufgedeckt werden. Wenn z. Bsp. die Rolle Koordinator nicht besetzt ist.
    Persolog Persönlichkeitsmodell: Im Zentrum des Modells steht das Verständnis für das eigene Verhalten und der Verhaltensstil anderer. Eine bessere Einschätzung des Verhaltens verbessert die Kommunikation und kann Konflikte auflösen.
    Solution Circle für Teams: Konflikthafte Situationen in Teams können lösungsorientiert mit diesem Tool bearbeitet und als Chance zur nachhaltigen Weiterentwicklung genutzt werden. In acht Schritten – von der Rahmenklärung bis zur Formulierung von Maßnahmen – erarbeitet das Team unter Anleitung des Coachs eigenständige Lösungen.
    Zirkuläre Interviews: Die Teammitglieder werden angeleitet, einen Rollenwechsel vorzunehmen. Sie sollen sich mit den vermuteten Wahrnehmungen der anderen Teammitgliedern, zu seinem eigenen Verhalten und seinen Wahrnehmungen, beschäftigen und diese aussprechen.
    Teamtrainings: Ja nach Entwicklung der konkreten Situation, kann es in einzelnen Fällen durchaus Sinn machen, dass innerhalb des Teamcoaching-Prozess ein Team-Training unterstützend mit eingebunden wird.
  8. Ergebnissicherung
    Damit alle Beteiligten mit demselben Verständnis der geplanten Veränderungen und den getroffenen Maßnahmen aus dem Teamcoaching gehen, ist es notwendig, dass alle den Vereinbarungen zustimmen. 
Die gemeinsam verabschiedeten Ergebnisse werden schriftlich festgehalten. Zur Sicherung der Ergebnisse kann es Sinn machen, dass z Bsp. verbindliche Kommunikations-Tools für das Team installiert werden.
  9. Optionale zusätzliche zielführende Maßnahmen
    Aus dem Teamcoaching heraus können sich weitere Maßnahmen ergeben, z. Bsp. Einzelcoachings einzelner Mitglieder aus dem Team, oder auch konkrete Trainingsmaßnahmen, z. Bsp. ein Training zum Thema Feedbackgespräche. Weitere konkrete Themen können sich je nach Aufgabenstellung und erzielten Ergebnisse ergeben.

Ein ehrliches Teamcoaching kann unter gewissen Umständen auch eine Fluktuation in einem Team nach sich ziehen. Durch die Reflexion im Coaching kann ein Teilnehmer erkennen, dass das Umfeld in diesem Team nicht ihm passt. Genauso besteht die Möglichkeit, dass das Team, um wieder effizient zu arbeiten, personelle Veränderungen braucht.


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Fazit Teamcoaching:

Teamcoaching ist eine komplexe Aufgabenstellung und setzt Methodensicherheit und Erfahrung des Trainers/Coach voraus. 
Da es um die Leistungsfähigkeit und Effizienz des gesamten Teams geht, lässt sich ein Teamcoaching nicht durch die Summe von Einzelcoachings ersetzen. Teamleistung wird von allen Teammitgliedern beeinflusst!
Oft sind Verhaltensmuster der Teammitglieder mit ursächlich für den Anlass. Änderungen im Verhalten brauchen immer Zeit und regelmäßige Reflexion.
Während Teamentwicklung den längerfristigen Prozess beschreibt, wohin sich das Team entwickeln soll (meist orientiert an den Unternehmenszielen), wird Teamcoaching anlassbezogen durchgeführt. 
In der Regel beinhaltet ein Teamcoaching eine überschaubare Anzahl von Coaching-Einheiten, kann je nach Thema aber auch ein längerfristiger Prozess sein. 
Basierend auf dem Phasenmodell der Teamentwicklung nach Tuckman, kann Teamcoaching zwischen den Phasen Norming und Adjourning jederzeit eine sinnvolle und nachhaltige Maßnahme sein.

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