Hilfe! Mein Chef ist eine schlechte Führungskraft!

10 Punkte, die Ihnen zeigen, ob Ihr Chef nicht richtig führt  – und wie Sie mit der Situation umgehen können.

Warum ist ihr Chef nicht in der Lage richtig zu führen?
In den allermeisten Fällen, nicht weil er es nicht kann, sondern weil er nicht durch eine gezielte Führungskräfteentwicklung oder durch Führungskräfte Trainings auf seine Führungsaufgaben vorbereitet, bzw. weiter entwickelt wurde!
– Also seien Sie auch nachsichtig mit ihm –

An diesen 10 Punkten erkennen Sie, ob Ihr Chef eine schlechte Führungskraft ist: 

X  Konfliktscheu
Er hat ein großes Harmoniebedürfnis und ist sehr oft in seinen Aussagen unverbindlich (Franz-Josef Strauss hätte gesagt: „Everybody`s Darling is everybody`s Depp).
X  Keine Verbindlichkeit 
Er vermeidet klare Aussagen.
X Keine Wertschätzung 
Ihn interessiert das private Umfeld und die privaten Belange seiner Mitarbeiter nicht.
X Keine Entscheidungskompetenz 
Er kann sich nie entscheiden. Drückt sich vor Entscheidungen. Fragen von Mitarbeitern wird aus dem Weg gegangen.
X  Hört nicht richtig zu 
Wenn er nicht richtig zuhören kann. Nicht in der Lage ist, durch aktives Zuhören, Mitarbeiter in Entscheidungsfindungen einzubeziehen. Sich immer vorschnell seine eigene Meinung bildet.
X  Kann nicht delegieren 
Wenn er sich in alles einmischt, ständig meint alles und jeden kontrollieren zu müssen.
X  Kann nicht abgeben 
Wenn er die meiste Zeit damit verbringt, fachliche Aufgaben zu erledigen, er immer gerne als Fachexperte glänzt.
X  Kommuniziert nicht offen 
Sie über Entscheidungen, die Sie und Ihre Kollegen betreffen, erst (zu) spät informiert und diese nicht begründet.
X  Fehlende Vorbildfunktion
Selbst immer zu spät zu Besprechungen/Terminen kommt, weil er ja so wichtig ist.
X  Führung durch Angst und Schrecken
Fehler immer anspricht, aber nie oder selten gezielt lobt, anstatt durch Lob und konstruktive Kritik zu motivieren
X  Nicht vertrauensvoll
Versprechen immer wieder nicht einhält. Seine Meinung ständig ändert.

Mit dieser Mitarbeiterführung legt jeder Chef, nachvollziehbar, den Grundstein für eine “Dienst-nach-Vorschrift” Mentalität seiner Mitarbeiter.
Mitarbeitermotivation wird so ganz bestimmt nicht gefördert!
Jeder einzelne dieser Punkte offenbart ein großes Potenzial, das nicht abgerufen wird, wirtschaftlich wie auch menschlich.
Diese Führungskraft sollte dringend an der persönlichen Weiterentwicklung seiner Führungskompetenzen arbeiten! .

Persönlicher Umgang mit einem Chef, der schlecht führt: 

Zunächst sollten Sie immer sich selbst reflektieren und sich auch in den Blickwinkel Ihres Chefs versetzen.
Sind dann die objektiven Führungsmängel immer noch offensichtlich, dann sollten Sie als erstes das direkte, persönliche Gespräch mit Ihrem Chef suchen.
Auch wenn die Hürde, in einem meist eh schon angespannten Umfeld, groß sein kann.
Ganz wichtig dabei ist, dass Sie sich im Vorfeld mit den Regeln für ein konstruktives Feedbackgespräch (Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt Anleitung inkl. persönlicher online Checkliste für Ihr nächstes Feedbackgespräch) vertraut machen und im Gespräch auch konstruktive Vorschläge zu Ihren Punkten machen.
Gehen Sie davon aus, dass Ihr Chef die Regeln für ein Feedbackgespräch schon in einem Führungskräfte Training kennengelernt hat. Umso wichtiger für Sie, sich entsprechend vorzubereiten.

 

Hier ein praktisches Beispiel für ein Feedbackgespräch mit Ihrem Chef:  

Ausgangslage: Sie haben mit Ihrem Chef darüber gesprochen, dass Sie mit Ihrem aktuellen Aufgabenbereich unterfordert sind und gerne den Bereich xy übernehmen möchten. Ihr Chef hatte vollstes Verständnis für Ihre Forderung und Ihnen versprochen, dass Sie in einem halben Jahr den Aufgabenbereich xy übernehmen können, weil es aktuell aus dem „bestimmten“ Grund schwierig sei. Sie haben sich bei dem Gespräch auf sein Versprechen verlassen und eine andere Stelle in Ihrem Unternehmen, die Ihnen angeboten wurde, abgelehnt.
Nach mehr als 6 Monaten zeigen sich keine Anzeichen, dass Sie den Aufgabenbereich xy übernehmen werden. Anspielungen, die Sie in der jüngsten Vergangenheit dazu gemacht haben, hat Ihr Chef bewusst ignoriert.

 Das Feedbackgespräch mit Ihrem Chef – die Vorbereitung:

Bennen Sie Ihr Thema konkret, wann Sie was wahrgenommen haben und was es bei Ihnen ausgelöst hat:
In einem persönlichen Gespräch mit Ihrem Chef vor mehr als 6 Monaten, haben Sie über den Aufgabenbereich xy gesprochen und Sie haben dabei verstanden, dass Ihr Chef Ihnen versprochen hat, den Aufgabenbereich xy zu übernehmen, daraufhin haben Sie ein anderes interessantes internes Stellenangebot abgesagt.

 Definieren Sie Ihre Zielvorstellungen für Ihr Feedbackgespräch:
Ich möchte gerne den Aufgabenbereich XY, bis zum xx.xx.xxxx übernehmen.
(Überlegen Sie sich im Vorfeld, ob das Ziel realistisch ist, oder ob Sie ggf. Zwischenschritte einbauen können/müssen. In unserem konkreten Fall, ob es möglich ist kurzfristiger einen Teilbereich zu übernehmen und dann zu einem Zeitpunkt x den ganzen Aufgabenbereich). Denken Sie daran, Ihr Chef kann nur realistische Ziele akzeptieren.

Wann und wo möchten Sie mit Ihrem Chef das Feedbackgespräch führen:
Keine Gespräch zwischen Tür und Angel!

Holen Sie sich das Einverständnis von Ihrem Chef für das Feedbackgespräch ein:
Sie erhöhen dadurch die Bereitschaft von Ihrem Chef zu einem offenen Feedbackgespräch. Sie vermeiden Sie eine Angst bedingte Abwehrhaltung durch eine mögliche Bedrohungssituation, die Ihr Chef so empfinden könnte.
Herr/Frau Chef ich möchte gerne mit Ihnen über die Übernahme des Aufgabenbereichs xy sprechen. Ist es in Ordnung für Sie, wenn wir diese oder nächste Woche darüber reden?

Mehr zur konkreten Durchführung Ihres konstruktiven Feedbackgesprächs mit Ihrem Chef erfahren Sie hier.

Verläuft das Feedbackgespräch ergebnislos, ist es je nach Konstellation im Unternehmen sinnvoll, entweder sich an den direkten Vorgesetzten oder an die Personalabteilung zu wenden. Die Personalabteilung ist besonders dann ein geeigneter, ggf. auch vertrauensvoller Ansprechpartner wenn Ihre Teamkollegen dasselbe Empfinden haben. Die Personalabteilung kann unter Einbindung eines (externen) Moderators versuchen die Punkte zu adressieren und gemeinsam mit der Führungskraft gemeinsame Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Fazit: Mein Chef ist eine schlechte Führungskraft 

Sollten alle diese o. g. Punkte nicht fruchten, sollten Sie überprüfen, inwieweit sich die Belastungen der schlechten Führung sich auf Sie selbst auswirkt. Hält sich die persönliche Belastung in Grenzen und die Arbeit macht Ihnen Spaß, oder der Arbeitgeber ist Ihnen wichtig erarbeiten Sie für sich ein akzeptablen Umgang mit der Situation ( Nach dem Motto: Ja ich weiß an der und der Stelle ist der Chef eben so, …).

Sind alle Versuche gescheitert, die Situation mit Ihrem Chef zu klären und die Situation wirkt zunehmend belastend für Sie und Ihre Psyche, ziehen Sie rechtzeitig die Reißleine und wechseln Sie, wenn möglich den Bereich (sofern Ihnen Ihre Arbeit im Unternehmen am Herzen liegt) oder wechseln Sie das Unternehmen, bevor es zu spät ist und Sie Ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.

Mehr zum Thema: welche Erwartungen Mitarbeiter an ihre Führungskräfte haben erfahren Sie Hier.

Mehr zum Thema persönliche Weiterentwicklung von Führungskräften:

Alle, die mehr über das Thema persönliche Weiterentwicklung als Führungskraft erfahren möchten: Hier geht es zum Führungskräfte-Blog.

Wie Sie genau das richtige Führungskräfte Training finden, erfahren Sie –> Hier 

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